Betriebsveranstaltung & Weihnachtsfeier

Weihnachten ist in Sicht und viele Unternehmen planen am Ende des Jahres eine Firmenfeier. Diese Betriebsveranstaltungen liegen grundsätzlich im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers und sind deshalb lohnsteuerfrei. Doch Vorsicht: Wird die Höchstgrenze von 110 EUR pro Arbeitnehmer überschritten, muss der übersteigende Betrag individuell oder pauschal mit 25 % versteuert werden.

Damit Ihre Weihnachtsfeier auch steuerrechtlich und buchhalterisch optimal berücksichtigt werden kann, haben wir Ihnen folgende Tipps zusammengestellt:

1. Ihre Veranstaltung muss betrieblich sein
Aufwendungen des Arbeitgebers sind lohnsteuerfrei, wenn sie im überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse liegen. Das ist der Fall, wenn:
alle Mitarbeiter (inkl. Mini-Jobber) eingeladen sind,
mit dieser Veranstaltung das Betriebsklima gefördert werden soll und
maximal 2 Veranstaltungen im Jahr stattfinden.

2. Mehr als 2 Betriebsveranstaltungen im Jahr?
Ab der 3. Betriebsveranstaltung wendet der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern steuerpflichtigen Arbeitslohn zu. In diesem Fall können Sie die beiden teureren Veranstaltungen als Betriebsveranstaltung und die andere als Arbeitslohn behandeln. Die zeitliche Reihenfolge ist hierbei nicht relevant.

3. Höchstgrenze 110 EUR pro Person
Betriebliche Weihnachtsfeiern & Betriebsfeste sind lohnsteuerfrei, soweit pro Arbeitnehmer und Betriebsveranstaltung nicht mehr als 110 EUR ausgegeben werden. Maßgebend ist immer der Bruttobetrag einschließlich Umsatzsteuer! Wird die Höchstgrenze von 110 EUR überschritten, muss der Arbeitgeber den übersteigenden Betrag als Arbeitslohn erfassen. Die Lohnsteuer kann individuell oder pauschal ermittelt werden.

4. Kostenermittlung
Für die Berechnung der Ausgaben pro Person müssen Sie alle Aufwendungen für die Veranstaltung berücksichtigen. Dabei ist es unabhängig ob diese direkt dem einzelnen Arbeitnehmer zugerechnet werden können oder ob es sich um Kosten handelt, die gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufgewendet wurden. Für die Buchung der Kosten werden daher alle Aufwendungen addiert und durch die Anzahl der teilnehmenden Arbeitnehmer geteilt.

5. Ein Fest mit Familienangehörigen
Auch wenn der Ehegatte und die Kinder des Arbeitnehmers an einer Betriebsveranstaltung teilnehmen, gilt der Höchstbetrag von 110 EUR pro Arbeitnehmer.

 

Tobias Merkel
MOORE STEPHENS Karlsruhe GmbH

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Die neueste Ausgabe der MO(O)RE News gibt Ihnen einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen der Bereiche (Internationales) Steuerrecht, Rechnungslegung, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht.

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